|
"Rock für Deutschland" gehört zu den Anlässen, bei denen sich die Nazis aus nah und fern zusammenfinden, um sich mal wieder Mut zu machen, Stärke zu zeigen, sich einzureden, dass ihre Beliebtheitswerte nach oben gehen... In Gera jedenfalls war in den letzten Jahren der Protest der Bürger ziemlich gering, was die Radaubrüder (und -schwestern) glauben machte, dass sie hier auf gutem Wege seien in die bürgerliche Mitte. Die glaubten sie gefunden zu haben in Gera-Debschwitz, einem benachteiligten Stadtteil in einer benachteiligten Stadt.Hier, auf einem Wiesenstück an der Elster, glaubten sie sich ungestört entfalten zu können.

Doch irgendwie haben sie sich verrechnet: in diesem Jahr hat der Protest eine neue Qualität angeommen und die fröhlichen unbeschwerten Aufmärsche sind zu Ende. Nur unter massivem Schutz der Polizei gelang es den meisten Teilnehmern, die "Spielwiese" zu erreichen. Unter ihnen zunehmend Frauen (warum eigentlich?) - und selbst Kinder. Ok, Vernunft ist ja so ziemlich das Letzte, was man bei Nazis erwarten kann. Also müssen die Kleinen da durch.
Das Ziel der Protestbewegung, das Fest durch Blockaden zu verhindern, wurde nicht erreicht. Aber es gibt dennoch etliches Positives zu Gera zu sagen. Nämlich dass es kaum Polizeiübergriffe gab, dass die Polizei insgesamt recht angemessen und entspannt operierte, und das bei diesen Wahnisinnstemperaturen um die 35°C! Und dass die Nazis teilweise schon mit langen Gesichtern im Gänsemarsch durch die Gegendemo mussten - mit ansehen mussten, dass die "Bürgerliche Mitte" nicht da war, wo sie sie vermuteten (im Kleingarten oder auf dem Sofa daheim), sondern auf der Straße, auf der anderen Seite des Zauns.
Auf der Nazi-Kundgebung versicherte ein Redner allen Ernstes, die Antifa sei nur deswegen so massenhaft nach Gera gekommen, weil sie dafür Geld von der Landesregierung erhalte.
Und dass sie diesen Schwachsinn glauben, das macht sie eben aus, unsere Nazis. Sie kriegen es einfach nicht mit.
Wie auch.
Bilder: hier lang  |